Kritik der zynischen Vernunft. Ein Mann ohne Eigenschaften – der Volks- und Familienphilosoph Marc Jongen

jungle-world.com vom 27.10.2016

„Marc Jongen lebe, so zitierte ihn Anfang des Jahres die FAZ, »halb im politischen System, halb im akademisch-philosophischen«. Und weil ein solches vermeintlich halbiertes Leben für jemanden wie Jongen schon zu viel an Widerspruch ist, setzt er sich in der Selbstbeschreibung gleich ein paar Evolutionsstufen zurück: Eine Amphibie sei er, und wie diese eben auch in zwei Welten unterwegs, sagt er.“

Von Roger Behrens

Marc Jongen dazu: Aus der linksversifften Ecke der Medienrepublik nachfolgend intellektuell Unflätiges in meine Richtung. Eines Kommentars weder
würdig noch bedürftig, hier aber zu Dokumentationszwecken archiviert.

Weiterlesen →

morgenpost.de: «Petry hat den radikalen Flügel nicht im Griff»

morgenpost.de vom 23.10.2016

„Die AfD hat mindestens zwei Gesichter, meint Politikwissenschaftler Hajo Funke: moderat und völkisch. Doch die Völkischen dominierten längst parteiintern

Diese Partei mischt seit einiger Zeit die politische Landschaft in Deutschland auf: die Alternative für Deutschland (AfD). Der Berliner Politikwissenschaftler hat sich länger mit der Partei beschäftigt. Wir trafen ihn.“

Von Susanne Leinemann und Ulrich Kraetzer Weiterlesen →

zeit.de: «AfD : Sprengstoff Leitkultur»

zeit.de vom 09.10.2016

„Der gefährlichste Begriff der AfD: Mit der Forderung nach kultureller Einheit des Landes bedroht die Partei nicht nur Zuwanderer, sondern jeden einzelnen Deutschen in seiner Lebensweise“

Von Jens Jessen

Marc Jongen dazu: „DER GEFÄHRLICHSTE BEGRIFF DER AfD“: Dieser Artikel von Jens Jessen aus DIE ZEIT Nr. 40/2016 offenbart exemplarisch den tiefen Riss, der hinsichtlich des „Eigenen“ und der „kulturellen Identität“ durch das intellektuelle Deutschland geht. Folgende Sätze aus dem AfD-Grundsatzprogramm zum Thema „LEITKULTUR“, für die ich mitverantwortlich zeichne, unterzieht Jessen einer äußerst verqueren und projektionsgeladenen Exegese:
„Die Ideologie des Multikulturalismus, die importierte kulturelle Strömungen auf geschichtsblinde Weise der einheimischen Kultur gleichstellt und deren Werte damit zutiefst relativiert, betrachtet die AfD als ernste Bedrohung für den sozialen Frieden und für den Fortbestand der Nation als kulturelle Einheit. Ihr gegenüber müssen der Staat und die Zivilgesellschaft die deutsche kulturelle Identität als Leitkultur selbstbewusst verteidigen.“
Jessen, für den der Multikulturalismus keine Ideologie, sondern „Realität“ ist, kann sich „deutsche Identität“ erklärtermaßen „kaum anders denn als dumpfeste Wirtshauskultur für tätowierte Skinheads vorstellen“. Die Bedrohung durch eine – von seinesgleichen – bereitwillig importierte Kultur mit maximalem „Leitkultur-Anspruch“, nämlich den Islam, hat er auch nicht ansatzweise begriffen. So verfällt er dem grotesken Irrtum, der AfD eine „Kampfansage“ an „Intellektuelle, Träumer und Bücherleser“, am Ende an die „ganze Republik“ anzudichten. Nein, Herr Jessen, die AfD verteidigt diese Republik (oder was noch von ihr übrig ist) gegen die fatale Allianz von multikulturalistischem Laissez-faire und den zynischen Profiteuren dieser intellekutell verbrämten Selbstaufgabe. Wenn Sie auch im höheren Alter die Bücher von Salman Rushdie und Michel Houellebecq noch angstlos lesen können, so werden Sie das der AfD, nicht den Grünen zu verdanken haben. Etwas weniger Träumerei und mehr Realitätssinn könnte Sie das schon jetzt erkennen lassen.

Weiterlesen →

rp-online.de: «Analyse: Die Denker der neuen Rechten»

rp-online.de vom 12.09.2016

„Rechtes Denken wird in vielen Ländern Europas wieder populär. Es ist auch zum Ausdruck einer verunsicherten Gesellschaft. Schon vor 100 Jahren war die Angst ein bedeutsames Thema deutscher Philosophen.“

Von Lothar Schröder

Marc Jongen dazu: DIE DENKER DER NEUEN RECHTEN werden in diesem Artikel auf RP Online aus einer vage „linksliberalen“ Perspektive portraitiert. Ich komme darin auch zu Ehren. Der Unterton suggeriert, dass diese „Denker der Angst“ gefährlich seien, echte Argumente werden nicht vorgebracht. Dafür stand vorhin über dem Artikel ein rotes Banner: „+++Eilmeldung+++Verdächtiger Koffer gefunden: Essener Hauptbahnhof wird geräumt – Züge fahren nicht“. So dementieren die „Eilmeldungen“ und Katatrophenberichte der Presse deren schönfärberische Kommentarspalten in diesen Tagen laufend selbst. Dass die „Denker der Neuen Rechten“ vielleicht nicht „böse“, sondern nur scharfsichtiger und realistischer sein könnten als die der alten Linken, dämmert auf diese Art immer mehr Bewohnern der medial betreuten Illusionsblase.

Weiterlesen →

schweizermonat.ch: «Online-Spezial: Über Zustände, die wiederherzustellen sind. Ein Disput zum Thema Konservatismus und Liberalismus.»

schweizermonat.ch vom 06.09.2016

„Vorrede: Im März dieses Jahres kam unser langjähriger und sehr geschätzter Autor Jörg Scheller mit einer Idee auf mich zu. Aus seiner Zeit an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe, so Scheller, kenne er den Philosophen Marc Jongen persönlich und wolle mit ihm öffentlich diskutieren, nachdem er Jongens Positionen in einem Essay für DIE ZEIT im Januar dieses Jahres kritisiert und Jongen sich per Online-Statement revanchiert hatte. Jongen, ehemals Assistent von Ex-HfG-Rektor Peter Sloterdijk, hat einen kometenhaften Aufstieg hinter sich – vom bis anhin völlig unbekannten Hochschullehrer zum «AfD-Hausphilosophen» (taz), der seiner konservativen Protestpartei ein intellektuelles Fundament geben will. Jongen nennt das «Avantgarde-Konservatismus» und zieht mit seinen Einlassungen durch die Feuilletons und Kultursendungen. Scheller wolle versuchen, sagte er, seinem ehemaligen Kollegen nicht nur mit «diskursiven Langstreckenwaffen» zu begegnen, sondern eine Diskussion auf Augenhöhe zu führen – den Konservativen mit liberalen Argumenten aus der Reserve locken. Diese Idee fand ich nicht nur anregend, ich hielt Scheller auch an, einen intellektuellen Austausch zu führen, der sich über mehrere Wochen erstrecken sollte – und so ganz bewusst Raum gebe für eine Debatte jenseits populistischen Politgeplänkels.“

Von Jörg Scheller, Marc Jongen

Marc Jongen dazu: VERSUCH EINES DIALOGS zum Thema KONSERVATISMUS UND LIBERALISMUS mit Jörg Scheller, einem ehemaligen akademischen Kollegen, der vor Monaten in der ZEIT einen stark polemischen Artikel über mich verfasst hatte. Dennoch suchte er das Gespräch, was man honorieren muss und das ich ihm also nicht verweigern wollte. Das Ergebnis – als Dialog eher das Dokument eines Scheiterns, als Symptom aber vielleicht umso informativer – ist jetzt im SCHWEIZER MONAT nachzulesen. (Erneut entwickelt sich die Schweiz zum Exil dissidenter deutscher Meinungen und Intellektueller, nachdem die Medien in Deutschland zunehmend gleichgeschaltet werden – oder sich besser gesagt selbst gleichschalten.)
Ins gedruckte Heft hat es der Text auch hier nicht geschafft, da er offenbar den Erwartungen der Redaktion eines „Clash zwischen dem Konservativen und dem Liberalen“ zuwider lief. In die Ecke des gegen „zu viele Freiheiten“ polternden Konservativen wollte ich mich aber nicht schieben lassen, sondern im Gegenteil deutlich machen, dass es nicht mehr weit her ist mit der Liberalität der heutigen „Linksliberalen“. Diese sind eifrig dabei, bereits errungene Freiheiten (der Rede wie des Lebens) wieder abzuschaffen, indem sie sie in Zwangsverordnungen transformieren. Weshalb genuiner Konservatismus sich heute in der paradoxen Lage sieht, auch klassische liberale Werte verteidigen zu müssen. Ganz richtig schreibt daher der Chefredakteur im Vorspann:
„Das hier publizierte Dokument ist Ausdruck eines Phänomens, das gegenwärtig die politische Landkarte Europas spaltet. Es geht nicht mehr nur um liberal und konservativ, links und rechts. Es geht darum, sich darüber zu verständigen, was darunter überhaupt zu verstehen ist. Solange dies nicht ausgemacht ist, kreisen die Debatten früher oder später auf zunehmend aggressive, destruktive Weise um das diffuse Begriffspaar «die» und «uns». Unter dieser bewussten oder unbewussten – sicherlich aber fahrlässigen – Diskursverknappung leiden nicht nur politische Debatten in den Parlamenten, sondern auch die öffentlichen Diskussionen – gedruckt oder am Gartenhag. Der vorliegende Dialog zeigt somit zuvorderst, wie schwer die Bemühungen um Verständigung sind. Und wie dringlich es ist, dass sie fortgesetzt werden.“

Weiterlesen →

Diese Webseite verwendet Cookies, um die einwandfreie Funktion der Seite zu gewährleisten, Social Media-Funktionen bereitzustellen und den Datenverkehr zu analysieren.