sueddeutsche.de: «Umgang mit der AfD – Alles was hilft, ist leidenschaftliche Rhetorik»

sueddeutsche.de vom 03.02.2016

Weder Talkshowverbot noch Verfassungsschutz können gegen die Affektpolitik der AfD etwas ausrichten. Doch es gibt ein Mittel, um die AfD unter Druck zu setzen.

Von Lothar Müller

Marc Jongen dazu: „Nichts wäre derzeit wünschenswerter als eine Sternstunde diskursiver rhetorischer Leidenschaft im Parlament“ schreibt die SZ in diesem Artikel. Das ist wohl wahr. Trotzdem ist der Artikel leider eine Sternstunde (oder -minute) des journalistischen Irrtums. Wenn er nämlich meint, u.a. unter Bezugnahme auf mich, die AfD fürchte die Debatte in Parlamenten, wolle und könne nicht argumentieren, so ist das genaue Gegenteil wahr. Eben diese leidenschaftlichen Debatten im Parlament wollen wir wieder führen, es muss dort wieder über echte politische Alternativen gestritten werden! Wenn der Autor beklagt, dass „CDU, SPD und CSU, Grüne und Linke“ diese Leidenschaft vermissen lassen, dass „eine Rede der Kanzlerin, die ihre Position in eine „große Erzählung“ über den Ursprung der Krise und die Gründe für ihren „Alleingang“ einbettet“ bisher ausgeblieben ist, dann sollte er sich fragen, ob dies vielleicht mit der geistigen und moralischen Korruption dieser Parteien zu tun haben könnte. Und ob nicht vielleicht die AfD die Kraft sein könnte, die dem zum Abnickverein herabgewürdigten Parlament wieder neues Leben einhauchen wird.

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