ef-magazin.de: «Harald Martenstein und seine Rolle in der Lumpenpresse»

ef-magazin.de vom 26.08.2016

Paradebeispiel von Denunziationsjournalismus – Ein Textvergleich

„Manchen Publizisten kann man schwerlich Ärgeres antun, als sie zu zitieren. Im aktuellen „Zeit-Magazin“ schreibt der Journalist Harald Martenstein, auf meinen Acta-diurna-Eintrag vom 28. Juni erwidernd:

„Ich lese oft, die Partei AfD sei gegen die Zuwanderung von Muslimen eingestellt. Das ist Lügenpresse. Jeder Mensch kann morgen in die AfD eintreten und dort dafür eintreten, dass nur noch Muslime nach Deutschland einwandern dürfen, sie müssen aber außerdem schwarz und schwul sein. Alle anderen werden zurückgewiesen. Woher ich das weiß? Der Spindoctor von Frauke Petry, der ehemalige ‚Focus‘-Redakteur Michael Klonovsky, hat es mir persönlich versprochen.“

Marc Jongen dazu: DENUNZIATIONSJOURNALISMUS: Michael Klonovsky und Harald Martenstein – zwei spitzfedrige Kolumnisten kreuzen die Klingen, allerdings nicht auf die sehr feine Art. Seitens Martensteins kommt sogar das grobe Instrument der Nazikeule zum Einsatz. Klonovsky kontert hier mit einem Aufruf zur Relektüre der inkriminierten Textpassagen und weist nach, wie haltlos – vielmehr hinterhältig – Martensteins Unterstellungen sind – um ihn am Ende verklausuliert einen Lump zu nennen. Wer an diesem schönen Sonntag die Muße – sowie Freude an geschliffenen Formulierungen – hat, mag sich das im angefügten Artikel in extenso zu Gemüte führen. Im Ganzen ist es ein trauriges Zeugnis dafür, dass gewisse Themen in Deutschland offenbar nicht diskutiert werden können, ohne dass die Denunziationsmaschine losrattert. Selbst nachdem die AfD (inkl. Klonovsky in seinem Text) dem Antisemitismus klar die Tür gewiesen hatte, wird sie desselben weiter bezichtigt… Kein Wunder, dass viele, v.a. kluge Leute in Deutschland zu solchen Themen lieber den Mund halten und das Feld den weniger Berufenen überlassen – um die sich dann die unsäglichen Diskurswächter kümmern dürfen

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