handelsblatt.com: «Wenn der Künstler nicht ins Moralschema passt»

handelsblatt.com vom 09.06.2019

„Darf ein Künstler von einer Ausstellung ausgeschlossen werden wegen AfD-Nähe? Das ist dem Maler Axel Krause aus Leipzig passiert und sorgt für Diskussionen.“

Van Sabine Spindler

Marc Jongen dazu: Der Verein „Leipziger Jahresausstellung e. V. (LIA)“, lädt den „AfD-nahen“ Künstler Axel Krause aus seiner diesjährigen Jahresausstellung wieder aus und begründet das folgendermaßen: „Die öffentlichen Äußerungen Axel Krauses widersprechen den ethischen Grundsätzen unseres Vereins. Wir können an dieser Stelle nicht mehr die Kunst vom Künstler trennen.“ Wer das nicht kann, sollte keinen Kunstverein betreiben, sondern zur Heilsarmee wechseln. Die Aussage zeigt in nuce, wie sich das Gift des Moralismus (das Moralin) in alle gesellschaftlichen Bereiche hineinfrisst und diese verdirbt. Im Falle der Kunst ist das besonders grotesk: Die Sphäre des Ästhetischen ist nicht unmoralisch – aber sie ist amoralisch. Eine Kunst, die „gut“ sein will, hat sich eben damit schon als schlechte Kunst zu erkennen gegeben. Und wenn es an der Kunst nicht liegt, sondern an der politisch missliebigen Privatmeinung des Künstlers, umso schlimmer! Dann gibt es nämlich einen (ganz kunstfremden) Gesinnungs-TÜV, der den Zugang zur Kunstwelt regelt, einen Garanten für geistige Enge. Das kulturlinke Juste-Milieu, das sich „weltoffen“ dünkt, erstrickt in Wahrheit im moralinsauren und geistlosen Mief. Zur Vorgeschichte siehe auch hier: sueddeutsche.de und hier: freiepresse.de

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