dw.com: «Aus für Erdogan-Statue in Wiesbaden»

dw.com vom 29.08.2018

„Zwei Tage lang zierte sie den Platz der Deutschen Einheit in Wiesbaden: eine Statue des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Nun hat die Stadt das umstrittene Kunstwerk abbauen lassen – aus Sicherheitsgründen.“

Von hk/uh (dpa)

Marc Jongen dazu: Die jetzt „aus Sicherheitsgründen“ wieder abgebaute goldene ERDOGAN-STATUE in WIESBADEN wirft ein grelles Schlaglicht auf den erbärmlichen Zustand des staatlich subventionierten Kunstbetriebs. Der Skandal ist nicht so sehr, dass man es gewagt hat, einen „lupenreinen Demokraten“ alias Diktator im kitschigen Stil einer Bananenrepublik in den öffentlichen Raum zu tragen – auch wenn schon darin natürlich eine Geschmacklosigkeit liegt. Der (Dauer-)Skandal ist vielmehr, dass die billige Provokation um der Provokation willen von einer selbstgefälligen Kunstszene bereits als „Anregung des Diskurses“ gefeiert wird, dass eine „Kunstaktion“, und sei sie noch so abgeschmackt, bereits als erfolgreich gewertet wird, wenn sie nur genügend öffentlichen Ärger erregt.
Was war der Erkenntnisgewinn in diesem Fall? Dass Türken frohlocken und Kurden schäumen, dass beide Gruppen aufeinander loszugehen drohen, wenn sie sich mit einem glorifizierten Plastik-Erdogan konfrontiert sehen? Dass auch etliche Einheimische darüber wenig erfreut sind und sich beschweren? Die Macher dieses Machwerks hatten es offenbar auf genau solche Reaktionen abgesehen, mit anderen Worten, sie haben die Bewohner Wiesbadens für eine zynische Inszenierung missbraucht, deren ästhetischer- und Erkenntniswert gleich Null ist, die ausschließlich den Zweck hatte, ihnen selbst hohe Aufmerksamkeit und Einladungen zu weiteren steuergeldfinanzierten „Kunst“-Festivals zu bescheren.
Im rot-grünen Merkeldeutschland ist die bildende Kunst auf das Niveau des billigen, oft zynischen Gags herabgesunken (der sich dessenungeachtet oft noch moralistisch bemäntelt). Als kulturpolitischer Sprecher der #AfD im Bundestag kann ich versprechen, dass wir die gegenwärtige Förderpraxis im Kunst- und Kulturbereich auf einen strengen Prüfstand stellen werden. Die Kunst ist frei und muss es bleiben, aber in keinem Gesetz steht geschrieben, dass Steuergelder zur Erregung öffentlichen Ärgernisses unter dem Deckmantel der Kunst eingesetzt werden müssen.

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