SWR Aktuell: Kommentar von Marc Jongen zum Beschluss des AfD-Bundesvorstands, ein PARTEIAUSSCHLUSSVERFAHREN gegen Björn Höcke anzustrengen


Marc Jongen dazu: Mein RADIO-INTERVIEW vom 13.2.2017, 15.06 UHR auf SWR-AKTUELL zum Beschluss des AfD-Bundesvorstands, ein PARTEIAUSSCHLUSSVERFAHREN gegen Björn Höcke anzustrengen.
Björn Höcke hat mit seiner Dresdner Rede zweifellos über das Ziel hinausgeschossen und der AfD damit einen Bärendienst erwiesen. Mit der Forderung nach Korrektur der deutschen Erinnerungskultur liegt er zwar auf der Linie unseres Grundsatzprogramms – ich bin für die entsprechende Formulierung maßgeblich mitverantwortlich -, er hat jedoch (gewollt oder ungewollt?) den Eindruck erweckt, an die Verbrechen des Nationalsozialismus sollte am besten gar nicht mehr erinnert werden. Das ist nicht die Linie der AfD, und darum ist es auch angebracht, wenn der Bundesvorstand eine Rüge ausspricht und die Parteilinie in dieser sehr sensiblen Frage in aller Deutlichkeit klar macht.
Ebenso klar ist für mich aber auch, dass ein Parteiausschlussverfahren eine überzogene Maßnahme darstellt. Björn Höcke ist noch immer unser Mitstreiter und hat sich um die Partei sehr verdient gemacht. Seine Auftritte auf dem Erfurter Domplatz haben vielen Menschen Mut und Orientierung gegeben. Das wäre aus meiner Sicht zu würdigen gewesen, bevor man das schwere Geschütz des Parteiausschlussverfahrens wegen einiger zweifellos unglücklicher Aussagen auffährt. Vergessen wir bitte nicht, dass unsere wahren Gegner in den anderen Parteien sitzen und tun wir ihnen nicht den Gefallen, uns mit parteiinternen Kämpfen selbst zu schwächen und zu lähmen!

7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. „Vergessen wir bitte nicht, dass unsere wahren Gegner in den anderen Parteien sitzen …“ – Ohne Scherz oder Ironie: Da bin ich mir nicht mehr so sicher.

    • Ganz meine Meinung. Politik ist und bleibt das schmutzigste Geschäft, das man sich vorstellen kann.

    • Ne, ganz offensichtlich sitzt er wieder in der Parteiführung der AfD, bei PetLuckeRy und PretzBerndEll, sowie Konsorten. Es gilt Petrys Wort von vor der Abwahl Luckes „Mich unterscheidet nichts von Lucke“ und „Ich bin nicht konservativ“. Das erbärmlich-überhebliche Auftreten Pretzells, nachlesbar bei Facebook (ich kann hier kein c&p machen), bestätigt dies ebenso.

      Mit den Systemlingen Petry und Co. peilt die AfD 5 bis 7% dauerhaft an, wenn überhaupt. Merkel und Schulz lachen derweil nen Ast und gratulieren dem VS zu ihren Verdiensten um die „richtige“ Führung der AfD. Das völlig identische Spiel wie mit den Republikanern (Anfang 1990er) und davor mit der NPD (direkt nach der Gründung in den 1960ern).

      Daher, der Feind steht weiterhin innen und zwar soweit innen wie es nur geht.

  2. Auffällig für mich ist, daß das nach der Bundespräsidentenkür geschah. 35 AfDler waren in bei dieser Kür dabei. Und nahe war die Befehlszentrale für Frau Petry und Frau Weidel.

  3. Sehr geehrter Herr Jongen, ich habe die Rede von Höcke überhaupt nicht so verstanden, dass an die Verbrechen der Nationalsozialisten nicht mehr erinnert werden sollte. Ich verstehe das völlig überzogene und spalterische Verhalten des Bundesvorstands nicht. Sehr Schade, die AfD als einzige Oppositionsbewegung muss provozieren und ein klarer Antipodus zu der etablierten Politik bleiben. Ohne Leute wie Höckehat die AfD keine lange Zukunft.

  4. Zitate von Voltaire: „Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat.“ und „Es ist klug und weise, an allem zu zweifeln,“

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