wiwo.de: «Alexander Gaulands Krieg – Zurück zum Konservatismus?»

wiwo.de vom 15.02.2016

Alexander Gauland war Vordenker des Bürgertums, jetzt personifiziert er die neue AfD. Die Partei versucht sich rechts von der Union als neo­konservative Kraft zu etablieren. Wie rechts ist die Partei?

Von Dieter Schnaas

Marc Jongen dazu: „Dumpfbacken“, „Pack“ und „Drecksnazis“ werden AfD-Wähler von Finanzminister Wolfgang Schäuble, Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) und CDU-General Peter Tauber neuerdings genannt, schreibt Herr Schnaas unten in der „Wirtschaftswoche“. Kritik an solchem Verfall der politischen Sitten? Fehlanzeige! Statt dessen wird mit kaltschnäuziger Unverfrorenheit sogar hieraus noch eine subtile Diffamierung der AfD herausgepresst: Solche Beschimpfungen und Beleidigungen, heißt es nämlich, „stablisierten“ bloß das „narzisstische Selbstbild „besorgter Bürger“, die sich von „denen da oben“ im Stich gelassen fühlen“. Mit anderen Worten: Wenn du den Eindruck hast, dass dein Volksvertreter dich tritt, anstatt dich zu vertreten, dann geh nicht auf die Straße, sondern zum Psychologen, du weinerlicher Narziss! Herr Schnaas schreibt dann weiter, die AfD habe die „böse Unterstellung“ (!) in Umlauf gebracht, „dass „Gutmenschen“ in Politik und „Mainstream“-Medien ein „Meinungskartell“ bilden, um die „schweigende Mehrheit“ linksgrün zu pädagogisieren.“ Mir scheint, die Wirtschaftswoche liefert hier ein Paradebeispiel dafür, wie dieses Meinungskartell funktioniert, wenn es als solches benannt und attakiert wird: es wird raffinierter, es wird selbstreflexiv. Es benennt seine eigene Funktionsweise – jedoch nur ironisch, als haltlose Behauptung der anderen -, um unter dem so erzeugten Scheinbild der Objektivität weiterhin umso hemmungsloser Meinungsmache betreiben zu können.
Da passt es ins Bild, dass Herr Schnaas es schafft, im vorletzten Absatz aus mir einen wütenden, deutschnationalen Scharfmacher zu machen, völlig ungeachet der Tatsache, dass ich ihm eine dreiviertel Stunde lang telefonisch meine Positionen in aller nötigen Differenziertheit erläutert hatte. Nichts davon findet sich in seinem Text wieder, stattdesssen eine nochmalige Vergröberung dessen, was am 15.1. schon vergröbert und verzerrt in der FAZ gestanden hatte. Das, um eine Schnaassche Schmähvokabel aufzugreifen, dünkt mich nur noch eine Parodie auf seriösen Journalismus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

error: Content is protected !!